Ein Nachmittag zwischen Regen und Feuerstellen

30. Aug. 2025 | Daniel Lopez

Der Samstag hatte Launen. Zwei kräftige Regenschauer wechselten sich mit kurzen trockenen Phasen ab – kein Wunder, dass es im Stadtwald (Zone 2) eher still blieb. Genau die richtige Gelegenheit, um Feuerstellen und Wege genauer zu kontrollieren.

Im Waldzimmer war’s trotzdem lebendig: Zwei Frauen mit drei Kindern kochten sich am offenen Feuer einen Topf Essen. Sie erzählten mir, wie sehr sie diesen Platz schätzen, und freuten sich über den neuen Rangerdienst. Alles sauber, kein Abfall, kein Verbesserungswunsch – schöner hätte es nicht sein können.

Ganz anders beim Goetheanum: menschenleer, dafür mit Spuren vom letzten Grillfest. Rund zehn Liter Abfall habe ich dort zusammengesammelt.

Am Chriziweiher lief mir ein Hund ohne Halter entgegen. Wenig später kam der Besitzer, und ich konnte ihn darauf hinweisen, den Hund bei sich oder an der Leine zu halten. Ein neutrales Gespräch, aber wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden.

Spannend wurde es auf einem schmalen Weg bei der Suriseggen: Ein ungewöhnliches Netz fiel mir ins Auge. Nach kurzer Recherche kam der Verdacht auf die Asiatische Hornisse. Diese Art baut im Frühjahr kleine kugelförmige Primärnester, oft in Hecken oder Schuppen. Im Sommer entstehen daraus grössere, birnenförmige Sekundärnester hoch oben in den Bäumen. Auffällig: Sie bestehen aus zerkauten Holzfasern, wirken papierartig und haben die Öffnung seitlich – im Gegensatz zu unseren heimischen Hornissen, deren Eingang unten liegt. Weil es stark regnete, konnte ich keine Tiere beobachten, habe aber eine Meldung erstellt.

Sichtungen können hier gemeldet werden: Schweizer Meldeplattform für die Asiatische Hornisse – Meldung von Sichtungen der asiatischen Hornisse in der Schweiz

Weitere Grillstellen, etwa beim Waldspielplatz, waren sauber. Am Steinerhof ergab sich ein Gespräch mit Besuchern über unsere Arbeit. Und bei der Eishöhle oberhalb des Wildmannshofes zeigte sich ein Grillplatz, der nicht mehr einladend wirkt – vielleicht ein Fall für den Forstbetrieb.

Zum Schluss fuhr ich noch hinüber in die Zone 1, zum Königsweiher. Dort regnete es in Strömen, Besucher waren keine anzutreffen. Ein wenig Littering habe ich dennoch eingesammelt. Auf der Rückfahrt durchs Martinsfluh-Gebiet begegnete ich noch einigen Spaziergängern mit Hunden – erfreulich: alle Hunde waren in den Schutzgebieten angeleint.

So wurde aus einem verregneten Samstagnachmittag ein Einsatz voller Kontraste: stille Plätze und fröhliche Familien, Abfälle und saubere Grillstellen, und sogar ein Verdacht auf eine invasive Art. Solche Touren zeigen, wie vielfältig die Rangerarbeit ist – und dass sich ein Gang durch den Wald immer lohnt, selbst im Regen.