Ein Arbeitstag im Wald – zwischen Hochnebel, Alltag und Verantwortung

13. Okt. 2025 | Allgemein, Daniel Lopez

Am vergangenen Mittwochvormittag war ein Reporter der Solothurner Zeitung mit mir unterwegs in der Verenaschlucht. Ein Tag, wie er für uns Ranger ganz normal ist – und gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, wie vielseitig unsere Arbeit sein kann. Es war ruhig im Tal. Der Hochnebel lag dicht über dem Mittelland, und die Temperaturen blieben frisch. Typisch für diese Jahreszeit – und entsprechend waren nur wenige Menschen unterwegs. Während wir den Weg entlanggingen, zeigte ich dem Reporter, worauf wir achten: Gefahrenstellen, Littering, Wegeunterhalt, Besucherlenkung. Keine grossen Aktionen, aber viele kleine Aufgaben, die zusammen den Unterschied machen.

Verantwortung im eigenen Wald

Was viele nicht wissen: Wir Naturranger sind in den Forstbetrieb der Bürgergemeinde Solothurn eingegliedert. Das heisst, wir sind keine externe Organisation, sondern Teil des Teams, das direkt Verantwortung für den Wald trägt. Diese Verbindung ist eine unserer Stärken. Wir kennen die Flächen, die Bewirtschaftung, die Schutzgebiete – und wir können dort handeln, wo es nötig ist. Rangerarbeit heisst bei uns nicht nur informieren, sondern auch anpacken. Nach der Führung habe ich die Stelle beim umgestürzten Baum abgesperrt, später am Nachmittag die Wege wieder freigeräumt. Das gehört beides zusammen: Sicherheit und Pflege.

Gespräche, wenn sie sich ergeben

Als sich am Nachmittag die Sonne langsam durch den Nebel kämpfte, kam wieder Leben in den Wald. Bei einer Brätlistelle traf ich eine Gruppe Wanderer aus der Region. Wir kamen ins Gespräch – über den Wald, das Naturschutzgebiet und meine Arbeit. Solche Begegnungen gehören für mich genauso dazu wie Motorsäge und Tablet. Wenn Menschen Fragen stellen und verstehen wollen, was wir tun, dann ist schon viel erreicht.

Ein Beruf mit vielen Facetten

Ich finde es gut, dass die Zeitung einmal einen Blick hinter die Kulissen geworfen hat. Diese Arbeit wird oft unterschätzt. Sie passiert im Alltag, bei jedem Wetter, meist unbeachtet – und genau das macht sie so wichtig. Am Ende des Tages war der Nebel weg, die Sonne draussen und die Wege wieder frei. Für mich war’s ein normaler Tag im Wald – aber einer, der zeigt, was Rangerarbeit wirklich ist: Verantwortung übernehmen, hinschauen, handeln.

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Begleitet wurde ich an diesem Tag von Emil Rohrbach, Solothurner Zeitung (Bericht vom 9. Oktober 2025).