Eine Woche voller Begegnungen – vom Waldsofa bis zum Bettlachstock
Diese Woche war für mich als Ranger besonders abwechslungsreich – voller Begegnungen, staunender Kinderaugen und schöner Momente draussen in der Natur. Es sind genau diese Tage, die zeigen, warum meine Arbeit als Ranger und Waldpädagoge so erfüllend ist.
Dienstag: Herbstwald mit der 6. Klasse Oberdorf
Am Dienstag durfte ich die 6. Klasse aus Oberdorf mit Lehrerin Andrea Reinmann im Wald begrüssen. Gemeinsam entdeckten wir, was der Herbst alles sichtbar macht – Spuren, Veränderungen, Lebenszeichen.
Die Kinder lernten ökologische Zusammenhänge kennen, beobachteten mit offenen Augen und bewegten sich als Team durch den Wald. Es war schön zu sehen, wie aufmerksam und interessiert sie waren – und wie schnell man in der Natur miteinander ins Gespräch kommt.
👉 Hier gibt’s den Bericht der Schule Oberdorf.

📸 Foto: Schule Oberdorf / NaturRanger Solothurn
Mittwoch: Ein Waldsofa für die 1. Klasse Vorstadt
Einen Tag später durfte ich die 1. Klasse des Schulhauses Vorstadt Solothurn im Waldzimmer begrüssen. Zusammen mit den Kindern, Lehrpersonen und einigen Eltern entstand dort etwas ganz Besonderes: ein Waldsofa – ein Ort zum Verweilen, Erzählen und Wiederkommen.
Ich hatte die Stelle im Vorfeld markiert und Holz bereitgelegt. Nach einer kurzen Stärkung am Feuer wurden zwei Gruppen gebildet:
Während die eine am Waldsofa arbeitete, lernte die andere den Dachs als Waldbewohner auf spielerische Weise kennen.
Kurz vor dem Mittag war das Sofa fertig – und die Freude riesig. Die Kinder, die Lehrpersonen um Claudia Fluri und die Eltern waren sichtlich stolz auf ihr Werk.
💬 Ein kleiner Hinweis:
Bauten im Wald sind grundsätzlich nicht erlaubt. In Ausnahmefällen – etwa an offiziellen Feuerstellen oder bei Bildungsprojekten – können solche Vorhaben aber in Absprache mit der Bürgergemeinde Solothurn und dem Forstbetrieb umgesetzt werden.
Wer eine Idee hat, darf sich gerne bei uns melden – wir helfen, den richtigen Ort und Rahmen zu finden.

📸 Foto: NaturRanger Solothurn
Freitag: Unterwegs auf dem Bettlachstock
Am Freitag stand ein weiteres Highlight an: Zwei 6. Klassen aus Oberdorf, begleitet von Nora Zimmermann und Elia Leiser, durften mit mir den Bettlachstock erkunden.
Das Amt für Raumplanung (ARP) organisiert im Rahmen eines Bildungsprogramms immer wieder Exkursionen im UNESCO-Gebiet Bettlachstock, bei denen Fachpersonen die Kinder begleiten. Da ich das Gebiet durch meine Arbeit im Junior Ranger Programm gut kenne, durfte ich diese Führung übernehmen.
Gemeinsam mit den Klassen machten wir uns auf den Weg – über moosreiche Wälder, vorbei an alten Buchen, mächtigen Weisstannen und Wildwechseln. Wir sprachen über die Tiere, die hier leben – Luchs, Wildkatze, Reh, Gemse oder Schwarzspecht – und darüber, wie wichtig Totholz, Farn und Ameisenhaufen für das Gleichgewicht im Wald sind.

Dazwischen blieb Zeit für Geschichten über den ehemaligen Hof auf dem Bettlachstock, der 2001 aufgegeben und 2014 abgebrochen wurde – ein Stück gelebte Geschichte mitten im Schutzgebiet.
„Es ist jedes Mal berührend zu sehen, wie Kinder mit Begeisterung auf Natur reagieren. Auch wenn der Weg anstrengend ist – sie nehmen etwas mit, das man in keinem Schulzimmer lernen kann.“

📸 Fotos: Elia Leiser / Instagram
Samstag: Vorbereitung Rückbautag im Waldreservat
Zum Abschluss dieser intensiven Woche ging es am Samstagvormittag nochmals hinaus – diesmal ins Waldreservat Chalchgraben – Rehhubel – Glattboden.
Bei Nebel und kühler Luft habe ich dort illegale Bikebauten und Steilwandkurven dokumentiert. Ziel ist es, diese Eingriffe gemeinsam mit der IG Bike Solothurn, dem Forstbetrieb und weiteren Helfer:innen zurückzubauen, damit das Gebiet wieder natürlich wirken kann.
Der Rückbautag findet am 15. November statt – darüber wird es eine eigene Medienmitteilung und anschliessend einen weiteren Blogbeitrag geben.

📸 Fotos: NaturRanger Solothurn
🌞 Fazit
Diese Woche war ein schönes Beispiel dafür, wie vielseitig Rangerarbeit ist:
mal mit Kindern im Wald, mal mit der Motorsäge unterwegs, mal mitten in einem Gespräch mit neugierigen Menschen.
Es sind genau diese Begegnungen, die zählen – sie machen die NaturRanger-Arbeit lebendig und zeigen, wie viel Herzblut, Teamgeist und Freude in jedem Einsatz steckt.