Tag des Waldes – unterwegs als NaturRanger

26. März 2026 | Allgemein, Daniel Lopez

Der 21. März – ein Samstag, der sich bereits am Morgen wie ein Versprechen angefühlt hat. Frühling in der Luft, milde Temperaturen und beste Voraussetzungen für unseren Einsatz am internationalen Tag des Waldes.

Unser Tag begann im Büro des Forstbetriebs der Bürgergemeinde Solothurn. Noch bevor wir draussen unterwegs waren, galt es, den Wald-Knigge vorzubereiten – Flyer bereitlegen, stempeln, bereit machen für den Einsatz draussen bei den Menschen. Der Wald-Knigge steht sinnbildlich für das, was uns antreibt: Verständnis schaffen für ein respektvolles Miteinander im Wald.

In unserer Ranger-Uniform machten wir uns anschliessend auf den Weg zum ersten Standort: Königsweiher.


Unser Ranger Alois Wertli im Gespräch Waldbesuchern

Weiterführend: Wald-Knigge für Schulen

Wer tiefer in das Thema eintauchen möchte, findet im pädagogischen Dossier zum Wald-Knigge eine spannende Ergänzung.

Gemeinsam mit der Stiftung SILVIVA wurden zu jeder Regel konkrete Aktivitäten entwickelt, die Lehrpersonen einfach und ohne grossen Aufwand mit Schulklassen im Wald umsetzen können. Ergänzt werden diese durch kurze Hintergrundinformationen zu Natur, Verhalten und Zusammenhängen im Wald.

Das Dossier richtet sich bewusst nicht nur an Fachpersonen, sondern auch an interessierte Laien – praxisnah, verständlich und direkt draussen anwendbar.

👉 Pädagogisches Dossier:
https://www.afw-ctf.ch/de/wald-knigge/paedagogisches-dossier

Königsweiher – Begegnungen zum Start

Bereits die ersten Minuten zeigten, wie besonders dieser Tag werden könnte. Ein 97-jähriger Herr war extra wegen uns gekommen. Zu Fuss, vom Altersheim her, mit grossem Interesse und einem beeindruckenden Wissen über die Gegend. Solche Begegnungen bleiben hängen.

Es folgten Gespräche über die aktuelle Holzernte, ein Thema, das in den letzten Wochen emotional diskutiert wurde. Viele Menschen haben Fragen – und genau dafür sind wir da.

Auch die Nutzung des Waldes durch verschiedene Gruppen kam zur Sprache. Ein Paar sprach Unsicherheiten bei Fahrverboten an. Grundsätzlich gilt in der Schweiz tatsächlich: Motorfahrzeuge haben im Wald nichts zu suchen – Ausnahmen sind bewilligungspflichtig. Die Signalisation sorgt aber immer wieder für Verwirrung.

Zwischen den Gesprächen blieb Zeit für einen kurzen Rundgang. Der Graureiher am Weiher, die ruhige Stimmung – genau diese Momente zeigen, warum sich unser Einsatz lohnt. Nebenbei haben wir auch etwas Littering eingesammelt.

Verenaschlucht – viele Menschen, viele Themen

Nach einem kurzen Kaffee ging es weiter zur Verenaschlucht. Und sofort war klar: Hier pulsiert das Leben.

Unzählige Menschen waren unterwegs – und nicht nur aus der Region. Unterschiedlichste Sprachen, verschiedenste Hintergründe. Die Schlucht ist ein Ort, der verbindet.

In den 90 Minuten führten wir viele Gespräche – mehrheitlich positiv und interessiert. Gleichzeitig zeigte sich aber auch die Realität:

  • Leinenpflicht für Hunde – nicht immer eingehalten
  • Bärlauch sammeln – oft abseits der Wege, obwohl das Pflücken dort nicht erlaubt ist
  • Velofahren in der Schlucht – klar verboten, wird aber trotzdem gemacht

Gerade beim Bärlauch zeigt sich ein typisches Muster: Nicht das Sammeln an sich ist das Problem, sondern das Verhalten abseits der Wege. Aus kleinen Trampelpfaden werden schnell sichtbare Spuren – und irgendwann echte Wege.

Einige Gespräche waren sehr konstruktiv – Menschen zeigten Verständnis und passten ihr Verhalten an. Andere wiederum blieben in ihrem „Tunnel“. Auch das gehört dazu.

Ein prägendes Beispiel: Zwei E-Biker, die mit hohem Tempo an uns vorbeirauschten – ohne Rücksicht. Solche Situationen zeigen, wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Naturraum sein kann.


Eingang Verenaschlucht Süd mit Wald-Knigge Flyers

Chriziweiher – ruhiger Ausklang

Die letzte Station führte uns ins Sonderwaldreservat Chriziweiher in Biberist.

Hier war es deutlich ruhiger. Weniger Menschen, weniger Gespräche – aber dennoch wertvolle Begegnungen. Einige Wald-Knigge konnten wir auch hier weitergeben.

Der frisch gestaltete Bereich rund um den Weiher mit Holzschnitzeln zeigt, wie wichtig solche Naherholungsräume für die Bevölkerung sind.


Fazit – Präsenz macht den Unterschied

War es ein erfolgreicher Anlass?
Aus meiner Sicht: Ja.

Wichtig ist die Einordnung: Die meisten Menschen kamen nicht extra wegen uns. Aber an einem solchen Samstag sind viele im Wald unterwegs – und genau dort müssen wir präsent sein.

👉 Rund 110–120 Personen erreicht
👉 Etwa 25 Gespräche geführt
👉 Mehrere Verstösse festgestellt – und teilweise direkt angesprochen

Was bleibt, ist die Erkenntnis:

Fragen sind da. Interesse ist da. Gesprächsbereitschaft auch.

Wir können nicht alles verhindern.
Aber wir können sichtbar sein, erklären, einordnen und sensibilisieren.

Und genau das macht unsere Arbeit als NaturRanger aus.


Chriziweiher mit Information-Broschüren


Daniel Lopez / (mit KI optimiert)