Dem Flussregenpfeifer auf der Spur – zwei Nachmittage an der Emme
Im Mai waren unsere Junior Ranger an zwei spannenden Nachmittagen an der Emme unterwegs. Im Zentrum stand dabei ein Vogel, den man nur selten zu Gesicht bekommt – und genau deshalb besonders schützen muss: der Flussregenpfeifer. Bereits in der Planung war vorgesehen, dass die Kinder seinen Lebensraum, die Gefährdung und die besondere Bedeutung der Kiesflächen direkt vor Ort kennenlernen.
Was noch wichtig ist zu erwähnen: Wir haben leider keinen Flussregenpfeifer gesehen. Auch im letzten Jahr gab es an der Emme keine Brutpaare. Nichtsdestotrotz ist die Arbeit von Iris Baumgartner essenziell.
Begleitet wurden wir von Iris Baumgartner, Dipl. Rangerin BZWL. Sie ist an der Emme zwischen Biberist und Luterbach als Rangerin unterwegs. Im Auftrag des Kantons klärt sie die Leute über die Natur auf. Ihr Job ist es, Erholungssuchende im Umgang mit der Natur und auch mit Littering zu sensibilisieren und sie vor allem auch auf die empfindlichen Brutplätze des Flussregenpfeifers aufmerksam zu machen.
Die Gruppe 1 hören Aufmerksam zu.
Ein Vogel, den man oft nicht sieht – und gerade deshalb schützen muss
An beiden Nachmittagen haben wir sehr viel über den Flussregenpfeifer gelernt. Die Kinder erfuhren, warum dieser kleine Bodenbrüter auf offenen Kiesflächen lebt, weshalb seine Eier so perfekt getarnt sind und wie schnell ein Brutplatz gestört werden kann.
Besonders eindrücklich war dabei die Suche nach den versteckten Eiern im Kies. Was auf den ersten Blick einfach wirkte, stellte sich als richtig knifflig heraus. Die Eier waren erstaunlich schwierig zu finden – und genau das machte den Kindern deutlich, wie schnell ein Nest übersehen werden kann, wenn Menschen achtlos durch solche Flächen laufen.
Die Eier im Kies getarnt.
Die Emme als lebendiger Flussraum
Nebst dem Flussregenpfeifer war auch die renaturierte Emme ein zentrales Thema. Wir sprachen darüber, wie sich der Fluss wieder mehr seinen natürlichen Lauf zurückerobert hat, wie Abtrag und Ablagerung neue Strukturen schaffen und warum genau solche dynamischen Räume ökologisch so wertvoll sind.
Auch die Aufschüttung war ein spannender Punkt. Sie schafft neue Lebensräume – unter anderem auch für den Eisvogel. Mit dem grossen Objektiv wurde beobachtet, geschaut und gestaunt. Nicht immer braucht es ein grosses Tiererlebnis – oft reicht schon der Blick auf Wasser, Kies, Struktur und Bewegung, um zu verstehen, wie spannend ein Flussraum wirklich ist.
Der Eisvogel braucht Sitzwarten über dem Wasser.
Vom Biber bis zur Blattvielfalt
Unterwegs gab es noch viel mehr zu entdecken. So fanden wir abgenagtes Schwemmholz vom Biber, schauten Pflanzen am Wegrand genauer an und nahmen die Auenlandschaft Schritt für Schritt bewusster wahr.
Besonders die erste Gruppe zeigte beim Rückweg zum Parkplatz noch einmal vollen Forschergeist: Beim kleinen Wettkampf rund um Blattformen und Pflanzenarten wurden mehr als 50 verschiedene Pflanzenformen gefunden. Ein eindrücklicher Beweis dafür, wie gross die Artenvielfalt in diesem Auengebiet ist.
Auszählung der Blättern
Pause, Planschen und Sommerfeeling
Natürlich durfte auch das Erlebnis nicht fehlen. In der Pause wurde geplanscht und gebadet – und gerade beim zweiten Nachmittag fühlte es sich zeitweise schon fast nach Hochsommer an. Das Wetter war an beiden Tagen hervorragend, bei der zweiten Gruppe sogar aussergewöhnlich warm bis heiss.
Trotz der Wärme war die Stimmung in beiden Gruppen sehr gut. Es wurde beobachtet, gesucht, gefragt, gelacht und mit viel Neugier entdeckt.
Ranger-Dani-Challenge zum Schluss
Ganz am Schluss wartete noch eine Challenge von Ranger Dani: Gesucht waren Kieselsteine mit Linien, und daraus sollte eine möglichst lange Steinstrasse gelegt werden.
Hier darf man es klar sagen: Die zweite Gruppe hat diese Challenge mit Abstand haushoch gewonnen.
Solche kleinen Abschlussaufgaben zeigen immer wieder schön, wie unterschiedlich die Gruppen unterwegs sind – und wie jede Gruppe ihre eigenen Stärken mitbringt.
Steinkunstwerk-Strasse
Ein schönes Andenken
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Iris Baumgartner für die beiden tollen Nachmittage, ihre grosse Erfahrung und ihre spannende Expertise. Ebenso bedanken wir uns bei unserem Ranger Hanspi für seine wertvolle Unterstützung und seine tolle Begleitung.
Fazit
Auch ohne direkte Sichtung des Flussregenpfeifers waren es zwei ausgesprochen lehrreiche und erlebnisreiche Nachmittage an der Emme.
Genau das ist das Ziel unseres Junior-Ranger-Programms:
nicht nur draussen sein, sondern Zusammenhänge verstehen.
Nicht nur schauen, sondern erkennen, warum ein Lebensraum Schutz braucht.
Und manchmal eben auch lernen, dass das Wertvollste in der Natur nicht immer das ist, was man sofort sieht.
Nun freuen wir uns auf die zwei letzten Nachmittage im Juni, mit denen wir das erste Jahr der Junior Ranger UNESCO Bettlachstock mit grosser Freude abschliessen werden.
Klanghölzer Auenwald
Die Gruppe 1 hören Aufmerksam zu.
Die Eier im Kies getarnt.
Der Eisvogel braucht Sitzwarten über dem Wasser.
Auszählung der Blättern
Steinkunstwerk-Strasse
Klanghölzer Auenwald